Neue Zahlen, Lage weiter nicht dramatisch: das COVID-19-Daten-Update vom 9. April

Der Umzug des „DIVI IntensivRegisters“ auf eine neue technische Plattform und die Domain intensivregister.de ist nun abgeschlossen, ab sofort liegen wieder aktuelle Daten über die Lage auf den deutschen Intensivstationen vor – sogar mehrfach pro Tag aktualisiert. Auch an dieser Stelle werden daher regelmäßige Updates meiner Analyse erscheinen.

Mit Stand Donnerstagmorgen (9. April) verzeichnete das „IntensivRegister“ Angaben von 680 Krankenhaus-Standorten mit Intensivstationen. Die Zahl ist also im Vergleich zur vergangenen Woche Umzugs-bedingt erstmal wieder geschrumpft, doch in den kommenden Tagen werden hoffentlich wieder mehr Kliniken an dem Register teilnehmen. Sobald das Melden der Intensiv-Kapazitäten zur Pflicht wird, kommt ohnehin kein Krankenhaus mehr um das „IntensivRegister“ herum.

Die 680 Standorte meldeten zwischen Mittwoch, 0 Uhr, und Donnerstag, 8.15 Uhr folgende Mengen an Intensivbetten:

Low care belegt: 3.019
High care belegt: 6.576
ECMO belegt: 100
belegte Betten insgesamt also: 9.695

Low care aktuell frei: 2.135
High care aktuell frei: 4.628
ECMO aktuell frei: 276
aktuell freie Betten insgesamt also: 7.039

Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden verfügbaren Betten werden derzeit nicht mehr ausgewiesen. Die Bezeichnungen „Low care“, „High care“ und „ECMO“ zeigen den Grad der möglichen Intensivbehandlung, bei COVID-19-Patienten spielen sie insbesondere bei der Beatmung eine Rolle. In „Low care“-Betten können Patienten behandelt werden, die nur eine nicht-invasive Beatmung benötigen, in „High care“-Betten solche, die eine invasive Beatmung oder eine Organersatztherapie brauchen und in „ECMO“-Betten Patienten, die sogar eine exktrakorporale Membranoxygenierung benötigen, also besonders schwer erkrankt sind.

Interessant wird es nun beim Blick auf die COVID-19-Patienten in den 680 Klinik-Standorten. Gemeldet wurden:

1.888 COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen
1.464 davon werden beatmet

1.360 COVID-19-Patienten sind inzwischen wieder genesen, haben die Intensivstation also verlassen
579 sind verstorben

Um diese Zahlen nun mit denen aus meiner ursprünglichen Analyse „Coronavirus: Vergesst die Zahl der Infizierten, schaut auf die Zahl der Intensiv-Patienten!“ vergleichen zu können, habe ich die Betten- und Patientenzahlen auf den einzelnen Klinik-Standort umgerechnet. Aus dieser Rechnung ergibt sich folgendes:

Der durchschnittliche Klinik-Standort verfügt aktuell (Stand Donnerstag, 8.15 Uhr) über:

24,6 Intensivbetten
10,4 davon sind aktuell frei

2,78 COVID-19-Patienten werden auf den Intensivstationen pro Standort behandelt
2,15 davon werden beatmet

Schaut man nun auf die Zahlen vom 2. Februar, so zeigt sich, dass die Zahl der Patienten zwar angestiegen ist, allerdings nicht auf dramatische Art und Weise. Am 2. Februar gab es 2,19 COVID-19-Patienten pro Klinik-Standort auf Intensivstationen, nun also 2,78. Sehr positiv: Gleichzeitig ist die Zahl der aktuell freien Betten von 9,3 auf 10,4 sogar angestiegen, was insbesondere mit mehr freien „high care“-Betten zusammen hängt.

Ganz wichtig: Diese Aussagen beziehen sich natürlich auf den Bundes-Durchschnitt. Natürlich mag es Regionen und Orte geben, in denen es anders, dramatischer aussieht. Doch insgesamt kommen die Intensivstationen weiterhin sehr gut klar mit der Zahl der COVID-19-Patienten, die Kapazitäten des Gesundheitssystems sind deutlich ausreichend.

3 Gedanken zu „Neue Zahlen, Lage weiter nicht dramatisch: das COVID-19-Daten-Update vom 9. April“

  1. Hallo Herr Schröder,
    ich komme seit Tagen regelmäßig auf ihre Seite, in der Hoffnung eine qualifizierte Analyse der aktuellen divi Zahlen zu finden. Ich würde mich sehr über ein Update freuen!
    Vielen Dank für ihre Arbeit,
    beste Grüße

    Robert

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